Ökobilanzen
Welchen weiteren Nutzen für die Umwelt bieten amerikanische Laubhölzer?
Amerikanische Laubhölzer haben gegenüber alternativen Materialien viele Umweltvorteile:
- Der Handel mit amerikanischen Laubhölzern bietet einen Anreiz für die langfristige Bewirtschaftung der Laubwälder in den Vereinigten Staaten durch die nachhaltige Holzproduktion, die in erster Linie durch eine niedrige Einschlagsrate und eine nachfolgende natürliche Regeneration, sowie die Bewirtschaftung durch kleine Familienbetriebe ohne industrielle Weiterbearbeitung erreicht wird. Zusätzlich zu den wirtschaftlichen und sozialen Leistungen, trägt diese Form der Bewirtschaftung zum Gewässerschutz und der Erhaltung der Artenvielfalt bei.
- Die langfristige Bewirtschaftung der amerikanischen Laubwälder für eine nachhaltige Holzproduktion leistet einen erheblichen Beitrag zu der Kohlenstoffspeicherung. In den letzten 50 Jahren wurden von den amerikanischen Laubwäldern jährlich etwa 110 Mio. t CO2 (exklusive entnommenes Holz) gespeichert. Das ist genug, um 10 Prozent der jährlichen Emissionen von Wohngebäuden oder 6 Prozent von Transportemissionen zu kompensieren.
- Dieser direkte Beitrag der amerikanischen Laubwälder für eine Kohlenstoffspeicherung berücksichtigt die langfristige Einlagerung von Kohlenstoff nicht als Bestandteil der amerikanischen Laubholzprodukte. Möbel, Fußböden, Schränke und Einbauten aus Holz, angefertigt aus amerikanischen Laubhölzern, dienen für viele Jahrzehnte als Kohlenstoffspeicher.
- Die amerikanische holzverarbeitende Industrie arbeitet sehr wirtschaftlich und ist erfolgreich bemüht, ständig den Anteil der Holzabfälle bei der Produktion von Holzprodukten zu reduzieren. Über die letzten 50 Jahre hat sich überall in den USA die Ausbeute der eingesetzten Rohholzmenge in den USA um 39 Prozent erhöht. Dabei wurden alle aus einem Kubikmeter erzeugten Holz- und Papierprodukte erfasst [1].
- Die Anwendung international gebräuchlicher NHLA Sortierregeln, verfasst vor mehr als 100 Jahren, war ein wesentlicher Beitrag zur Reduzierung der Holzabfälle in der amerikanischen Laubholzindustrie.
- Der Prozess der Umwandlung von Rundholz in einbaufertige Holzbauprodukte erfordert erheblich weniger Energie als die meisten anderen Materialien. Untersuchungen in Australien geben einen Hinweis über den Umfang der Energieeinsparung durch die Verwendung von Holz an Stelle von anderen Materialien (Tabelle 1 und 2). Für den Aufbau eines typischen Holzfußbodens wird beispielsweise weniger als die Hälfte der Energie benötigt, die für die Herstellung und den Aufbau eines typischen Betonbodens benötigt wird [2].
- Der geringe Energieeinsatz bei der Produktion von Holzprodukten, gepaart mit der Eigenschaft Kohlenstoff in Holz zu speichern, bedeutet, dass Holz das einzige etablierte Baumaterial ist, dass wirklich zur allgemeinen Reduzierung der Kohlendioxidkonzentration durch einen vermehrten Einsatz beiträgt (Grafik 1) [3].
- Die Dauerhaftigkeit der amerikanischen Laubholzprodukte bedeutet, dass sie dazu neigen ihre synthetischen Nachahmungen zu überdauern. Laubholzfußböden können 50 Jahre oder länger halten. Teppichboden oder Teppichfliesen haben dagegen nur eine Lebensdauer von vier bis sechs Jahren. Nach 15 oder 20 Jahren Nutzung kann ein Parkettboden wieder geschliffen und aufgefrischt werden. Er sieht dann wie neu aus und die Kosten dafür sind nur etwa halb so hoch wie für einen Teppichboden oder andere Bodenbeläge.
- VOC-arme Anstriche werden für das ästhetischen Erscheinungsbild und den Schutz von amerikanischen Laubholzböden empfohlen.
- Amerikanische Laubholzböden sind leicht und einfach mit nicht-giftigen Reinigungsmitteln zu pflegen und sie fangen keinen Staub, Schmutz und andere allergieauslösenden Stoffe. Einfache regelmäßige Reinigungen, wie Staubwischen, Fegen, Staubsaugen halten das Umfeld frei von allergieauslösenden Stoffen. Aus diesem Grunde werden sie für chemieempfindliche Personen oder Asthmatiker und Allergiker empfohlen.
- Nachdem der Lebensdauer eines Gebäudes sind viele Einbauten wiederverwendbar oder können recycelt werden.
- Einbauten aus Laubholz, die entsorgt werden müssen, sind biologisch abbaubar und nicht giftig.
Bewertung der Ökobilanzen
Die sich entwickelnde Wissenschaft von Ökobilanzen bewertet ökologische Auswirkungen auf den gesamten Lebensweg eines Produktes, einschließlich der Rohstoffgewinnung, Herstellung, Lebensdauer der Gebäude und hin zur Rückführung der Baumaterialien am Ende der Nutzung eines Gebäudes. Kürzlich veröffentlichte Studien zu Ökobilanzen haben bestätigt, dass wenn Holzprodukte aus ordnungsgemäßer Forstwirtschaft stammen, es sich um umweltfreundliche Produkte handelt. Zum Beispiel:
- In ihrer 2006 veröffentlichten Studie über die Fußbodenindustrie in Deutschland, haben Nebel, Zimmer und Wegener den gesamten Lebensweg von vier Holzböden, darunter Massivparkett, Mehrschichtparkett, massive Dielenböden und Holzpflaster, untersucht [4]. Die Autoren weisen darauf hin, dass im Vergleich zu allen deutschen Volumenprodukten, Holzböden wesentlich weniger (je nach Faktor, von 5 bis 50 weniger) Kategorien, einschließlich Klimaveränderung, Versauerung, Nährstoffanreicherung, Ozonbildungspotential und Ozonabbau, beeinflussen. Die Kohlenstoffspeicherung in Fußböden aus Holz, gekoppelt mit Energieproduktions- Alternativen zu fossilen Brennstoffen durch Restholz und gebrauchtes Holz, bedeuten ein deutlich reduziertes, vielleicht sogar negatives Erderwärmungspotential für diese Holzprodukte.
- In einer Untersuchung von 2004 durch das Konsortium für die Untersuchung von erneuerbaren Materialien (Consortium for Research on Renewable Materials = CORRIM), einer gemeinnützigen Gesellschaft von 15 Forschungsuniversitäten wird dokumentiert, dass bei Stahlrahmen 17 Prozent mehr Energie benötigt wird als für die Holzkonstruktion bei einem typischen Wohnhaus in Minnesota, bzw. 16 Prozent mehr Energie für eine Betonkonstruktion als für ein Wohnhaus aus Holz in Atlanta. Für beide Fälle ermittelte das Konsortium, dass der Einsatz von Stahl für die globale Erderwärmung ein um 26 Prozent höheres Potential als Holz besitzt. Beton besitzt sogar 31Prozent mehr Potential als Holz [5].
- Das Athena Modell, entwickelt von dem gemeinnützigen Institut für nachhaltige Materialien, vergleicht in einer von der Wiege bis zur Bahre reichenden Ökobilanz für Holz, Stahl und Beton jeweils sechs Kriterien über die statistisch erwartete Lebensdauer der Materialien: Rohstoffgewinnung bzw. Förderung, Herstellung, Aufbau eines Gebäudes, Nutzung, Demontage und Entsorgung oder Recycling. Das Athena Modell ergab, dass Holz die geringste Umweltbelastung für jede dieser Kriterien verursacht und, dass Holz die anderen Materialien bei Umweltverträglichkeit, Energieverbrauch, der Produktion von Treibhausgasen, Luft- und Wasserverunreinigungen, Produktion von festen Abfällen und anderen Nutzungen der Umweltresourcen übertrifft [6].
- Die Universität Hamburg verglich in der umfangreichen Studie „Environmental and energy balances of wood products and substitutes“, die 2002 von den Vereinten Nationen, bzw. der Food and Agricultural Organisation (FAO) in Auftrag gegeben wurde, Bewertungen von Umwelt- und Energiebilanzen von Holzprodukten und Austauschmaterialien der letzten Dekade.
- Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass der Vergleich der Studien zu den Ökobilanzen klar bestätigt, dass Holzprodukte und Produktsysteme für Holz, Vorteile in den meisten Kategorien der Umwelteinflüsse bieten. Der subjektive Eindruck, dass Holzprodukte im Hinblick auf Umweltaspekte besser abschneiden als Wettbewerbsprodukte, kann wissenschaftlich bewiesen werden [7].
- Ebenfalls im Jahre 2002, veröffentlichte das britische Building Reserch Establishment (BRE) die Ergebnisse der Studie, „Environmental Profiles of Building Materials, Components and Buildings“ (Umweltverträglichkeit von Baumaterialien, Komponenten und Gebäuden). BRE bewertete Holz nach 13 ökologischen Auswirkungen auf die Umwelt – angefangen bei der Klimaveränderung bis hin zur Wasser- und Luftverunreinigung, Abfallentsorgung, Verschmutzungen durch Transporte und Verkehrsstaus – als sehr gut. Holz wurde als der einzige Baustoff anerkannt, der einen positiven Einfluss auf die Umwelt hat, weil Bäume die Fähigkeit haben, Kohlendioxyd aufzunehmen. BRE folgerte, dass Holz und holzhaltige Materialien eine ausgezeichnete ökologische Leistungsbilanz aufweisen, die oft besser als alternative Materien ausfällt. Holz und holzhaltige Materialien können einen wichtigen Beitrag leisten, um weitere nachhaltige Produktionen aufzubauen [8].
Tabelle 1: Aufgewendete Energie für die Herstellung von Baustoffen per Masseneinheit: (Angaben für Australien)| MATERIAL | EMBODIED ENERGY MJ/kg |
|---|
| An der Luft getrocknetes Laubschnittholzsawn hardwood | 0.5 |
| Verfestigter Erdboden | 0.7 |
| Betonsteine | 1.5 |
| Ortbeton | 1.9 |
| Betonfertigteile | 1.9 |
| Technisch getrocknetes Laubschnittholz | 2.0 |
| Dampfgehärteter Beton (vorgefertigt) | 2.0 |
| Tonziegel | 2.5 |
| Gips-Kalkputz | 2.9 |
| Kiln dried sawn softwood | 3.4 |
| Faserzement | 3.6 |
| Zement | 4.4 |
| Lokale Granitsteine | 4.8 |
| Spanplatten | 5.6 |
| Sperrholz | 5.9 |
| Binder aus verklebten Hölzern | 8.0 |
| LVL – Furnierschichtholz | 10.4 |
| MDF-Platten | 11.0 |
| Laminated veneer lumber | 11.0 |
| MDF | 11.3 |
| Glas | 12.7 |
| Importierte Granitsteine | 13.9 |
| Hartfaserplatten | 24.2 |
| Galvanisierter Stahl | 38.0 |
| Acrylfarbe | 61.5 |
| PVC | 80.0 |
| Kunststoff (allgemein) | 90.0 |
| Kupfer | 100.0 |
| Synthetisches Gummi | 110.0 |
| Aluminium | 170.0 |
Quelle: Lawson Buildings, Materials, Energy and Environment (1996)
Tabelle 2: Aufgewendete Energie für die Herstellung typischen Untergrundaufbauten für Fußböden (Angaben für Australien):| UNTERGRUNDAUFBAUTEN | AUFGEWENDETE ENERGIE MJ/kg |
|---|
| Holzbau-Fußboden | 293 |
| 110mm dicke Betonplatte | 645 |
| 200mm dicke Fertigbeton mit eingebauten T-Trägern | 644 |
Quelle: Lawson Buildings, Materials, Energy and Environment (1996)
Netto-Emissionen über die Lebensdauer von primären Baustoffen in t CO2 per m³ je Produkt für Finnland
1Ince, P.J. 2000, Industrial Wood Productivity in the United States, 1900-1998. Research Note FPL-RN-0272, USDA Forest Service, Forest Products Laboratory
2Bill Lawson, Building Materials Energy and the Environment, 1996, Red Hill, Australia, Royal Australian Institute of Architects, 1996
3RTS Building Information Foundation, Finland, Environmental Reporting for Building Materials, 1998 - 2001
4Nebel B, Zimmer B, Wegener G (2006): Life cycle assessment of wood floor coverings - A representative study for the German flooring industry. Int J LCA 11 (3) 172-182
5Consortium for Research on Renewable Industrial Materials (CORRIM), summary report from Forest Products Journal, June 2004, Vol 54, No. 6. Available at http://www.corrim.org/reports/
6Full details of this and other LCA studies by ATHENA, are available at the Canadian Wood Council website: http://www.cwc.ca. See http://www.cwc.ca/NR/rdonlyres/FBEC3574-62E5-44E0-8448-D143370DCF03/0/EnergyAndEnvironment.pdf. Details about the ATHENA Sustainable Materials Institute are available at: www.athenasmi.ca/
7Dr Mohammad Scharai-Rad and Dr Johannes Welling, 2002, Environmental and energy balances of wood products and substitutes. Department of Wood Technology, University of Hamburg and the Federal Research Centre for Forestry and Forest Products, Hamburg. Results published by the FAO, Rome, 2002. A full copy of their report is available at: http://www.fao.org/docrep/004/y3609e/y3609e00.htm
8Building Research Establishment, 2002, Digest 470: Life cycle impacts of timber. A review of the environmental impacts of wood products in construction. Details of BRE and their publications are available on their website: http://www.bre.co.uk