Schnittholz ist das Hauptprodukt der amerikanischen Laubholzindustrie, die aus Tausenden von Sägewerken überall im Osten der USA besteht. Ein kleiner Anteil des Schnittholzes wird auch im Nordwesten an der Pazifikküste produziert. Die Produktionsbetriebe reichen von kleinen, mobilen Kreissägen direkt im Wald, bis hin zu größeren integrierten Fabriken, die mit modernster Technik arbeiten. Viele der Betriebe befinden sich im Privatbesitz und sind mittelgroße Firmen.
Mit einer Jahresproduktion von ca. 30 bis 32 Millionen m³ sind die USA heute mit einer der größte Laubschnittholzproduzent der Welt. Der amerikanische Inlandsmarkt verbraucht rund 90 Prozent, 10 Prozent werden in mehr als 50 Länder weltweit exportiert. Die Holzindustrie war immer exportorientiert. In den letzten Jahren hat sich die Zahl der Exporteure in allen Regionen deutlich erhöht. Dies hat die Verfügbarkeiten für eine breite Palette der gängigsten Holzarten für den Export verbessert.
Die Einschnittmethoden für das Laubrundholz hängen vom Sägewerk und der Holzart ab. Die Industrie arbeitet nach dem Grundsatz, dass die größtmögliche Ausnutzung erzielt werden sollte, und daher schneidet man das Rundholz vierseitig an, um eine maximale Ausbeute zu erhalten. Da die Exportnachfrage steigt, setzt man neue Einschnitttechniken ein, um so die Ausnutzung in den besten Holzsortierungen zu erhöhen, und man bietet Spezialeinschnitte für Riftschnitt und geviertelte Ware an.
Amerikanische Laubhölzer werden nach dem amerikanischen Maßsystem hergestellt, d.h. die Längen werden in Fuß (1' = 0.305 m), die Breiten in Zoll (inch; 1" = 25.4 mm) und die Dicken mit einem vielfachen von 1/4" angegeben. Ein Brett mit nominell 1" Dicke wird als 4/4" bezeichnet.
Die Standard-Dicken sind:
3/4" (3/4" = 19,0 mm)
4/4" (1" = 25,4 mm)
5/4" (11/4" = 31,8 mm)
6/4" (11/2" = 38,1 mm)
8/4" (2" = 50,8 mm)
10/4" (21/2" = 63,5 mm)
12/4" (3" = 76,2 mm)
Laubschnittholz wird mit fallenden Breiten produziert. Dabei erfolgt die Vermessung auf den nächsten Zoll, meist 3" (76,2 mm) und breiter. Die Breitenspezifikation ist abhängig vom Produzenten, der geographischen Region und von der Holzart. Allerdings ist letztendlich der Stammdurchmesser der entscheidende Faktor. Allgemein gilt, dass Breiten über 12" (304,8mm) nur selten vorkommen. Einige Sägewerke schneiden auf Wunsch Fixbreiten, aber dies ist eigentlich schon eine Form der Weiterbearbeitung (siehe Sektion: Halbfertigwaren und Komponenten).
Laubschnittholz wird in fallenden Längen gefertigt. Die Vermessung erfolgt auf den nächsten vollen Fuß, meist 4' (1,22 m) und länger bis maximal 16' (4,88 m), in Abhängigkeit von der Sortierung. In der Regel sind Längen über 12' (3,66 m) nur begrenzt verfügbar. Einige Sägewerke bieten Fixlängen an, aber die Verfügbarkeit ist begrenzt.
Die Maßeinheit der amerikanischen Laubholzsägeindustrie ist board foot (Mz. = board feet). Ein board foot (bf) ist 1' (0,305 m) lang, 1' breit und 4/4" (25,4 mm) dick. Die Preise für Schnittholz gelten üblicherweise per 1000 board feet (mbf). 1000 bf entsprechen
2,36 m³ (für 4/4" und dicker). 3/4" (19 mm) Bretter oder gehobelte Bretter, die weniger als 4/4" halten, werden üblicherweise aus Gewichtsgründen mit 4/4" abgerechnet.
Die Industrie hat umfangreiche Erfahrungen mit der Holztrocknung. Es ist sogar so, dass ein großer Teil der Forschung der letzten 30 Jahre, über die technische Holztrocknung von Laubhölzern aus den gemäßigten Zonen, in den USA veranlasst wurde. Die Dauer der Trocknung hängt in starkem Maße von der Dicke und der Holzart ab. 4/4" (25,4 mm) Tulipwood kann z.B. frisch in die Trockenkammer gegeben werden und ist nach 7 bis 10 Tagen trocken. Für 12/4" (76,2 mm) White Oak benötigt man dagegen, nach einer längeren Trocknung an der Luft, bis zu 8 Monate.
Wirtschaftliche Gründe erfordern, dass das Holz für den Inlandsmarkt und für den Export in der Regel zusammen in einer Kammer getrocknet wird. Daher wird das Schnittholz für den Export gewöhnlich auch auf die Standard Holzfeuchte (HF) von 6 bis 8 Prozent getrocknet. Dickeres Material kann in manchen Holzarten bis zu 10 – 12 Prozent HF aufweisen. Um Trockenschäden möglichst gering zu halten, werden schwierig zu trocknende Holzarten, wie die Eichen, durch eine vorangehende Trocknung an der Luft oder eine kontrollierte Trocknung im Vortrockner (Pre-dryer) behandelt. Andere Holzarten, wie Aspen, Cottonwood und Hackberry, sind Bläue empfindlich und müssen daher unverzüglich nach dem Einschnitt getrocknet werden. Stapellattenmarkierungen können bei einigen Holzarten zu Problemen führen. Hierzu gehört ganz besonders Hard Maple. Die amerikanische Industrie scheut keine Mühen, um solche Probleme schon von vornherein mit spezieller Konditionierung und profilierten Stapellatten auf ein Minimum zu begrenzen.
Unmittelbar nach dem Einschnitt erfolgt eine vorläufige Qualitätssortierung mit gleichzeitiger Vermessung, um Angaben über den Qualitätsausfall und die erzeugte Menge zu erhalten. Die endgültige Sortierung eines jeden Brettes erfolgt normalerweise nach dem Trocknen. Alles Schnittholz wird nach den Regeln der National Hardwood Lumber Association (NHLA) sortiert. Diese sind im Regelbuch (Rule Book) der NHLA veröffentlicht. Eine Erläuterung der Regeln und illustrierte Sortierbeispiele wurden von AHEC in dem "Handbuch für die Sortierung von amerikanischem Laubschnittholz" veröffentlicht.
Die Sortierregeln wurden vor über 100 Jahren von der Holzindustrie für den amerikanischen Möbelhandel entwickelt und sind inzwischen national und international anerkannt. Diese Regeln sind auch Basis für die Exportsortierungen. Sie gelten weltweit als das führende Standardwerk für die Sortierung von Laubholz aus den gemäßigten Zonen. Damit unterscheiden sich die NHLA Regeln von den europäischen Gebräuchen, die wegen der vielen nationalen und regionalen Eigenheiten mehr Holzabnahmen durch die Käufer selbst erfordern.
Die NHLA Regeln beschreiben die Schnittholzqualitäten, die sich nach der visuellen Begutachtung und der Ausnutzung von fehlerfreien Abschnitten ergeben. Die Ausnutzung wird mathematisch ermittelt. Die offiziellen Sortierregeln haben feste Mindestanforderungen, aber bei der Beurteilung der oberen Grenzen gibt es in der Industrie unterschiedliche Auslegungen. Zahlreiche Exporteure haben jedoch modifizierte Regeln für verschiedene Exportmärkte eingeführt, z.B. die Sortierung „Comsels” und die Mitlieferung geringer Prozentsätze von 4" (101,6 mm) und 5" (127 mm) Breiten und 6' (1,83 m) und 7' (2,13 m) Längen in der Sortierung FAS „Prime”. In den USA wurden vor vielen Jahren spezielle Sortierregeln für Walnut und Butternut entwickelt. Einzelheiten sind Bestandteil der Regeln zur Vermessung und Sortierung von Laubschnittholz, die bei der NHLA angefordert werden können.
Schnittholz für den Export wird in der Regel mit einer Dicke pro Paket und meist auch mit einer Länge pro Paket gepackt. In der Praxis sind jedoch oft mehr als eine Länge in einem Paket, z.B. kann ein Paket 10' (3,05 m) auch eine geringe Anzahl von Brettern mit 9' (2,74 m) enthalten. Präsentation ist ein wichtiger Marketing-Faktor; daher ist das meiste Exportmaterial auf exakte Länge gekappt, an den Enden gewachst oder mit Farbe eingesprüht, um es vor Rissen zu schützen, und mit dem Logo oder der Markierung des Exporteurs versehen.
Die Verfügbarkeit für den Export wird bei allen amerikanischen Laubhölzern von Angebot und Nachfrage des lokalen Marktes der USA, und durch die Exportnachfrage nach bestimmten Holzarten in einzelnen Märkten beeinflusst.
Der USA Markt kauft meist dünne Dicken. Daher entfällt bei den meisten Holzarten das Gros der Produktion auf 4/4" (25.4 mm). Wenn in den USA dickeres Material benötigt wird, z.B. für Tischlerarbeiten, ist es im Gegensatz zu vielen anderen Ländern üblich, dünneres Material zu verkleben. Oft sind diese Produkte stabiler und kostengünstiger, und so erklärt es sich dann, warum dickes Material in einigen Holzarten nur schwierig zu finden ist.
Einer der Gründe, warum die USA in der Lage sind, so enorme Mengen in hochwertigen Qualitäten für den Export anzubieten, ist die stetige und gute Inlandsnachfrage nach niedrigen Qualitäten. Es kann daher sein, dass einige Holzarten, die in den USA nur begrenzt nachgefragt werden, mit der Auflage angeboten werden, dass für den Export nur gemischte Qualitäten geliefert werden können, d.h. es müssen die geringeren Qualitäten zusammen mit den besseren Qualitäten abgenommen werden.
Den stärksten Einfluss auf das Einschnittprogramm der Sägewerke hat natürlich die Verfügbarkeit von Rundholz, z.B. ist Red Oak das am meisten eingesetzte Laubholz in den USA, weil es reichlich in den Wäldern vorkommt. Dagegen gibt es nur begrenzte Vorkommen an Sassafras und Elm, was die Verfügbarkeit von Schnittholz in diesen Holzarten bestimmt.
Die folgende Übersicht beschreibt die Verfügbarkeit der am meisten gehandelten amerikanischen Laubschnitthölzer. Die Angaben finden sich auch in dem AHEC-Handbuch „Holzarten”.
Es gibt eine Reihe von weiteren Holzarten, die zwar gehandelt werden, aber nur sehr begrenzt vorkommen. Zu diesen raren Holzarten zählen Black Locust, Butternut (White Walnut), Persimmon und Tupelo. In den Laubwäldern der östlichen Bundesstaaten der USA wachsen darüber hinaus einige wirtschaftlich bedeutende Nadelholzarten. Es handelt sich dabei um: Cypress (Taxodium distichum), Eastern Red Cedar (Juniperus virginiana), Eastern White Pine (Pinus strobus) und die Southern Yellow Pines (Pinus spp.).
| HOLZARTEN | VERFÜGBARKEIT DER LAUBSCHNITTHÖLZER AUF DEN EXPORTMÄRKTEN |
|---|---|
| Alder | Auf einigen Märkten reichlich verfügbar, auf anderen begrenzt erhältlich |
| Ash | Gute Verfügbarkeit, oft wird nach Wuchsgebieten unterschieden, u.a. nach Northern oder Southern Ash |
| Aspen | Begrenzt verfügbar wegen geringer Nachfrage |
| Basswood | Erhältlich in allen Dicken und Spezifikationen, auch wenn die Mengen begrenzt sein können |
| Beech | Sehr begrenzt verfügbar wegen der geringen Nachfrage und des großen Angebotes an europäischer Buche |
| Yellow birch | Begrenzt verfügbar wegen der geringen Nachfrage, aber der Bedarf steigt |
| Cherry | Überall in allen Abmessungen und Spezifikationen verfügbar |
| Cottonwood | Möglicherweise auf einigen Märkten mit geringer Nachfrage nur begrenzt verfügbar |
| Elm | Begrenzt verfügbar |
| Gum | Auf einigen Märkten mit geringer Nachfrage nur begrenzt verfügbar, jedoch zunehmende Beliebtheit |
| Hackberry | Begrenzt verfügbar wegen der geringen Nachfrage und möglicher innerer Verfärbungen |
| Hickory | Begrenzt verfügbar wegen geringer Nachfrage. Nur von Spezial-Importeuren in schwachen Dicken erhältlich |
| Pecan | Begrenzt verfügbar wegen geringer Nachfrage. Nur von Spezial-Importeuren in schwachen Dicken erhältlich |
| Hard maple | Überall verfügbar. Die besseren Qualitäten werden auf weiße Farbe (Splintholz) sortiert |
| Soft maple | Die Verfügbarkeit verbessert sich, da die Nachfrage zunimmt |
| Red oak | Gute Verfügbarkeit, oft wird nach Wuchsgebieten unterschieden –Northern oder Southern Red Oak |
| White oak | Überall in allen Qualitäten und Spezifikationen verfügbar. Das wichtigste Laubholz im Export |
| Sassafras | Äußerst begrenzt verfügbar |
| Sycamore | Aufgrund geringer Nachfrage nur sporadisch verfügbar |
| Tulipwood | Überall in allen Standard-Abmessungen und Spezifikationen erhältlich |
| Walnut | Reichlich verfügbar. Die stehenden Vorräte im Wald nehmen zu |
| Willow | <tr><td>Aufgrund geringer Nachfrage nur sehr begrenzt verfügbar </td></tr> |
Die amerikanischen Laubschnittholz-Exporteure vertreiben ihre Produkte üblicherweise entsprechend der ortsüblichen Holzhandelsstruktur.