Die NHLA Sortierregeln sind seit über 100 Jahren die Basis für den Laubschnittholzhandel in Nordamerika. Im Rahmen dieser Standard Richtlinien haben die beteiligten Firmen immer wieder versucht ihre Sortierungsvorschriften so zu optimieren, dass ihre Produkte kundenfreundlicher und auch wertvoller wurden. Die folgenden Anmerkungen und Abweichungen beschreiben die Anpassung der NHLA Regeln an aktuelle Markttrends
Red Alder: Die Sortierungsregeln für dieses Laubholz aus den USA nehmen eine Sonderstellung ein. Die entscheidenden Punkte sind: Das Schnittholz wird technisch getrocknet, egalisiert (gehobelt) und anschließend von der besseren Seite des Brettes bewertet, d. h. sortiert. Punktäste sind ein charakteristisches Merkmal und gelten nicht als Fehler. Die wichtigsten Sortierklassen sind Superior (Select & Better), Cabinet Grade (Nummer 1 Common) und Frame Grade (Nummer 2 Common), die sich an ähnlichen Endverwendungen, wie bei den Standard NHLA Sortierklassen orientieren. Am besten ist es, wenn man sich mit seinem Lieferanten abstimmt, um für jeden Zweck die richtige Sortierklasse zu bestimmen.
Ash: Wenn Käufer (weißes) Splintholz oder (braunes) Kernholz in fehlerfreien Abschnitten (Clear Cuttings) bestellen, wird in der Regel die Farbsortierungen für Hard Maple angewendet. Sie finden diese Sortierungen im AHEC Handbuch für die Sortierung von amerikanischem Laubschnittholz (hier zum Bestellen klicken), oder in den NHLA Rules for the Measurement & Inspection of Hardwood & Cypress.
Aspen: Regional wird diese Holzart auch als Popple bezeichnet. Sie darf aber nicht mit American Tulipwood (Liriodendron tulipifera) verwechselt werden, das auch unter dem Namen Yellow Poplar gehandelt wird. Aspen weist als charakteristisches Merkmal hellbraune Markflecken auf, die jedoch nicht als Holzfehler gelten.
Basswood: Wird viel in der Dicke 9/4'' (57,15 mm) für die Produktion von Jalousiestäben erzeugt. Schwarze und braune Markflecken sind in den einseitig fehlerfreien Abschnitten (Clear Face Cuttings) erlaubt. „Schlafende Augen“ (nicht austreibende Seitenknospen im Ruhestand) gelten nicht als Holzfehler.
Beech: Die Sortierung erfolgt nach den Standard-Regeln. Dabei sind gelegentlich vorkommende Markflecken bzw. Markstreifen kein Holzfehler.
Yellow birch: Diese Holzart aus der nördlichen Region wird häufig auf „Sap“ (Splintholz) oder „Red“ (rotes Kernholz) in den fehlerfreien Abschnitten (Clear Cuttings) sortiert. Auch hier wird die Farbsortierungen für Hard Maple angewendet. Falls auf Farbe sortiert wird, ist bei der Sortierklasse FAS die Mitlieferung von 5'' (nominal) breiten Brettern erlaubt. Paper Birch ist eine viel weichere Holzart, die farblich heller ausfällt und verstreute braune Markflecken (Fleck) aufweist. Paper Birch sollte nicht in Yellow Birch Partien mitgeliefert werden.
Cherry: Dieses besonders wertvolle Holz weist charakteristische Punktäste (Pin Knots) und Gummiadern (Gum Streaks) auf, die jedoch nicht als Holzfehler gelten. Splintholz ist unbegrenzt erlaubt. Wegen dieser NHLA Regel wird Cherry häufig mit einem Mindestprozentsatz an Kernholz, wie z. B. 90/50 gehandelt. Diese Bezeichnung besagt, dass eine Brettseite mindestens 90 Prozent Kernholz und die Rückseite nicht weniger als 50Prozent Kernholz aufweisen soll. Weitere Fragen zur Sortierung von Cherry beantworten gern die Lieferanten.
Cottonwood: Manchmal wird diese Holzart auch als White Poplar bezeichnet und sie sollte nicht mit American Tulipwood oder Yellow Poplar verwechselt werden. Mitunter ist Cottonwood in der Dicke 9/4'' (57,15 mm) für die Produktion von Jalousiestäben erhältlich.
Elm: Bei der Bestellung sollte festgelegt werden, ob American Red oder Grey Elm geliefert werden soll. Häufig vorkommende Verletzungen durch Vögel (Bird Pecks) und violette Mineralstreifen (Mineral Streaks) sind in den einseitig fehlerfreien Abschnitten (Clear Face Cuttings) erlaubt.
Gum: Diese Holzart wird häufig als Sap Gum verkauft. Dabei ist der Anteil des Splintholzes (Sap) nicht begrenzt. Wird jedoch Red Gum spezifiziert muss jeder fehlerfreie Abschnitt (Clear Cutting) eine (rote) Kernholzseite aufweisen.
Hackberry: Zuweilen wird diese Holzart regional auch als Sugarberry gehandelt und als Austauschholz für Ash verwendet. Es wird empfohlen nur egalisiertes (gehobeltes) Schnittholz zu kaufen, weil so häufig vorkommende innere Bläue leichter entdeckt werden kann.
Hickory and pecan: Im Norden der USA spricht man von Hickory und im Süden von Pecan. Verletzungen durch Vögel (Bird Pecks) und dadurch verursachte violette Mineralstreifen sind charakteristische Merkmale und gelten nicht als Holzfehler. Dieses schwere Holz ist anfällig für innere Bläue und es wird empfohlen, um durchgehend blankes Holz zu erhalten, egalisiertes (gehobeltes) Schnittholz zu beziehen. Die FAS Sortierklasse erlaubt die Mitlieferung von mindestens 4'' (nominal) breiten Brettern.
Hard maple: In den allermeisten Fällen wird diese Holzart auf eine weiße Farbe (Splintholz) sortiert. Im AHEC Handbuch für die Sortierung von amerikanischem Laubschnittholz (hier zum Bestellen klicken) finden Sie die Beschreibung der Farbsortierungen.
Eastern soft maple: Im Norden der USA spricht man von Red-Leaf Maple und im Mittleren Westen sowie im Süden von Silver-Leaf Maple. Es ist wichtig, dass Sie die Herkunftsregion mit Ihrem Lieferanten abklären, da die Schnitthölzer aus den jeweiligen Regionen ein sehr unterschiedliches Erscheinungsbild aufweisen. Red-Leaf Maple ähnelt Hard Maple und hat eine viel einheitlichere Farbe. Silver-Leaf Maple weist dagegen eine größere Farbvielfalt auf und kann auch eine etwas weichere Maserung zeigen. Beide Holzarten können, bei einer Spielart der Natur, Holz mit dekorativen „Wurmlöchern“ aufweisen, das als WHND oder Worm Holes No Defect (Fraßgänge sind kein Fehler) gehandelt wird. Alle Soft Maple Arten können, wie im Handbuch für die Sortierung von amerikanischem Laubschnittholz beschrieben, auch auf Farbe sortiert werden.
Pacific coast maple: Diese Holzart stammt aus dem Westen der USA. Die Sortierungsregeln ähneln denen von Red Alder. Die wichtigsten Sortierklassen sind: Select & Better, Nummer 1 Common und Frame Grade. Das Schnittholz wird technisch getrocknet, egalisiert (gehobelt) und anschließend von der besseren Seite des Brettes qualitativ bewertet. Dabei gelten Punktäste auf der besseren Seite des Brettes als ein charakteristisches Merkmal und nicht als Fehler. Fragen Sie Ihren Lieferanten, welche Sortierklasse am besten für Ihren Bedarf geeignet ist.
Red oak: Das Red Oak Schnittholz wird nach den NHLA Standard Sortierregeln sortiert und erlaubt vorkommende Mineralstreifen auf den einseitig fehlerfreien Abschnitten (Clear-Face Cuttings). Red Oak ist vermehrt in Fixbreiten erhältlich.
White oak: In dem großen Verbreitungsgebiet, vom Norden bis in den Süden, kennt man bei White Oak keine größeren Farbunterschiede. In bestimmten Gegenden der Appalachen-Region gibt es eine dekorative, „wurmige“ Spielart, die als Sound Wormy (gesund wurmig) gehandelt wird. Splintholz ist nach den NHLA Sortierregeln unbegrenzt erlaubt, aber bei Exportsortierungen auf meist eine Kernholz-Seite begrenzt. Fragen Sie Ihren Lieferanten, ob er den Splintanteil bei der Sortierung seines White Oak Schnittholzes begrenzt.
Red und White Oak, geviertelt und Riftschnitt: Wenn gevierteltes oder Material mit Riftschnitt vereinbart wurde, müssen 90 Prozent der Fläche des einseitig fehlerfreien Abschnitts (Clear-Face Cuttings) aufrecht stehende Jahrringe zeigen. Bei der FAS Sortierklasse ist die (nominale) Breite der Bretter mindesten 5''.
Sassafrass: Dieses Holz ist als Schnittholz in nur sehr geringen Mengen erhältlich. Die Schnittholzsortierung erfolgt nach den NHLA Standard Regeln.
Sycamore: Diese Holzart neigt dazu, sich beim technischen Trocknen zu verziehen und es wird daher empfohlen, das Schnittholz nur nach der Trocknung zu sortieren.
Tulipwood: In den USA ist diese Holzart auch unter den Namen Yellow Poplar oder Tulip Poplar bekannt. Wirbel (Burls und Swirls) sind Faserabweichungen im Holz ohne Ast und charakteristisch für Tulipwood. Diese Wirbel gelten nicht als Holzfehler. Eine starke lila-blaue mineralische Verfärbung ist in den besseren Sortierklassen begrenzt, in den Common Sortierklassen aber unbegrenzt erlaubt. Tulipwood ist vermehrt in Fixbreiten erhältlich. Das Holz der Common Sortierklassen wird üblicherweise später gebeizt oder gestrichen. Daher sind auch graue Verfärbungen, die noch nach dem Hobeln auf eine Standarddicke sichtbar sind, erlaubt.
Walnut: Wegen der begrenzten Verfügbarkeit und der Eigenart des Wuchses wurden die Sortierungsbestimmungen für diese Holzart geändert. Die FAS Sortierklasse erlaubt mindestens 5'' (nominal) breite und 6' lange Bretter. Falls das Schnittholz gedämpft wird, bekommt das Splintholz eine dunklere Farbe und gleicht sich später bei der Oberflächenbehandlung dem Kernholz an. Splintholz ist daher unbegrenzt erlaubt. Möglichkeiten zur Dämpfung gemäß der jeweiligen Anforderungen können mit dem jeweiligen Lieferanten besprochen werden.
Willow: Wirbel und Faserabweichungen sind bei dieser Holzart sehr charakteristische Merkmale und daher keine Holzfehler.
Zusätzlich zu der Qualitätsbeurteilung oder der Sortierung nach bestimmten Breiten werden diverse Holzarten nach farblichen Gesichtspunkten sortiert, weil dies die Wertschöpfung erhöht. Wichtig in diesem Zusammenhang ist jedoch, dass mit Farbsortierung hier immer eine Sortierung auf Splint- oder Kernholz gemeint ist
Die Farbsortierung ist typisch für Hard Maple. Sie kann aber auch für andere Holzarten angewendet werden, wenn saubere Splintholz-Abschnitte, wie bei Ash, Birch und Soft Maple, gewünscht werden. Nummer 1 white bedeutet, dass beide Breit- und Schmalseiten der fehlerfreien Abschnitte aus Splintholz bestehen müssen. Nummer 2 white bedeutet, dass eine Breitseite und beide Schmalseiten der fehlerfreien Abschnitte aus Splintholz sein müssen. Die Rückseite muss mindestens 50 Prozent Splint aufweisen.
„Sap und besser“ ist die handelsübliche Bezeichnung für Material, das nur einseitig Splintholz aufweisen muss. Gemeinhin gilt dies für die gleichen Holzarten wie für Nummer 1 und 2 white. Allerdings wird diese Regel etwas weniger streng angewendet. Bei Sap und besser muss jedes Brett mindestens eine Splintseite in den fehlerfreien Abschnitten aufweisen.
„Rot eine Seite und besser“ ist der handelsübliche Begriff für Schnittholz, das mindestens auf einer Breitseite Kernholz aufweisen muss. Im Allgemeinen wird diese Farbsortierung für Holzarten wie Cherry, Oak, Walnut, Gum und sogar Birch und Maple bei bestimmten Aufträgen vereinbart. Der Lieferant muss bei dieser Spezifikation darauf achten, dass alle fehlerfreien Abschnitte mindestens eine Kernholzseite aufweisen.
Darüber hinaus bestehen zusätzliche Möglichkeiten der Sortierung und des Einschnittes für die amerikanischen Laubholzproduzenten. So können spezielle Längen, Breiten und sogar Riftschnitt vereinbart werden. Falls solche Vereinbarungen individuell zwischen dem Lieferanten und dem Käufer getroffen werden, kann es sich als vorteilhaft erweisen, wenn die hier beschriebenen Standard-Sortierregeln den Anforderungen angepasst werden. Dies kann die Ausnutzung eines jeden Baumstammes erhöhen und letzten Endes einen Beitrag für die Nachhaltigkeit der Waldbestände leisten. Zusätzlich können die Kosten für beide Seiten verringert oder der Wert der Lieferung erhöht werden.
Bei dieser Sortierung wird zugesagt, dass die bessere Seite eines Brettes mindestens 90% und die Rückseite dieses Brettes nicht weniger als 50 Prozent Kernholz aufweist.
Auf American Red Oak entfallen etwa 35 Prozent der Laubholzbestände von Nordamerika, d. h. von Maine bis Louisiana. Auf Grund klimatisch bedingter Wachstumsbedingungen variiert die Farbe des Kernholzes entsprechend. Einige übliche Farbsortierungen werden als wheat (weizenfarben), Rose und Pink (rosa) bezeichnet. Daneben gibt es regionale Sortierungen wie Northern, Appalachian und Southern. Die Farbe bei Northern Red Oak ist tendenziell am einheitlichsten, sie zeigt helle Weizenfarben, ist generell langsamer gewachsen, die Jahrringe sind enger, die durchschnittlichen Breiten fallen schmaler und die Längen kürzer aus als in anderen Regionen.
Auf Grund ihrer enormen Ausdehnung kommen in der Appalachen Region alle Wuchsregionen mit unterschiedlichen Klima-, Höhen- und Bodenbedingungen vor. Holz aus den Bergregionen weist "nördliche" Farben auf, hat jedoch bessere Breiten und Längen. Holz aus dem Flachland ähnelt dem Southern Holz und weist die größten durchschnittlichen Breiten und Längen sowie die breiteste Bandbreite bei der Holzfarbe auf. Southern Red Oak hat tendenziell die größten Stammdurchmesser, aus denen dann Schnitthölzer mit den besten Breiten und Längen erzeugt werden. Auch bringt diese Region die größte Farbenvielfalt hervor. Die Bedeutung der Vielfalt ist bei Red Oak und seiner Herkunft der Schlüssel zum Erfolg bei jedem Verarbeiter von Laubholz. Wenn lange Längen und breite Breiten für den Verarbeiter Vorrang haben, könnte Southern oder Süd-Appalachen Red Oak eingesetzt werden. Wenn vor allem eine gleichmäßige Farbe benötigt wird, sollte ein Lieferant aus der Northern Region, oder einer, der eine Farbsortierung anbietet, in Betracht gezogen werden. Jede mögliche Kombination von Farben, Breiten oder Längen kann, nach Absprache zwischen Käufer und Lieferant, geliefert werden.
Riftbretter und Bretter mit gestreifter Textur werden so erzeugt, dass sie stehende oder fast aufrecht stehende Jahrringe auf der Breitseite des Brettes aufweisen. Quarter sawn Schnitthölzer (Riftbretter) zeigen vor dem Hirnende eines Brettes die Jahrringe in einem Winkel von annähernd 90°. Bei den Eichen wird so Schnittholz mit einem dekorativen "Spiegel" erzeugt. Bretter die vor Hirn Jahrringe in einem Winkel von annähernd 45° aufweisen, zeigen auf der breiten Brettfläche eine gleichmäßig gestreifte Textur. Wenn Red oder White Oak mit Riftschnitt bzw. Material mit gestreifter Textur gekauft wird, müssen 90 Prozent der Ausbeute an fehlerfreien Abschnitten, "Spiegel" bzw. eine gestreifte Textur zeigen. Bei der FAS Sortierklasse ist die nominale Breite der Bretter mindestens 5" (12,7 cm).