Weitere LCA Forschungen

Wissenschaftliche Unterstützung von spezifischen ökologischen Eigenschaften von amerikanischem Laubholz im Vergleich mit konkurrierendem Material muss die Veröffentlichung der vom AHEC in Auftrag gegebenen LCA Studie abwarten. Die Ergebnisse von früheren vergleichenden LCA Studien belegen jedoch, dass Holzprodukte im Allgemeinen sehr gute Leistung erbringen, wenn man die Umweltverträglichkeit auf der ganzen Basis von der Gewinnung bis zur Entsorgung bedenkt.

Beispielsweise führte die Universität Hamburg in einer von der United Nation’s Food and Agriculture Organisation (FAO) 2002 in Auftrag gegebenen Studie namens “Environmental and energy balances of wood products and substitutes” eine vergleichende Bewertung von LCA Arbeit im vorigen Jahrzehnt durch. Die Verfasser schlossen: „Die Ergebnisse der vergleichenden LCA Studien zeigen deutlich, dass Holzprodukte und Produktsysteme in den meisten Belastungskategorien über Vorteile verfügen. Der subjektive Eindruck, dass Holzprodukte besser als konkurrierende Produkte in Bezug auf ökologische Aspekte sind, kann wissenschaftlich belegt werden.”[1]

Auch im Jahr 2002 veröffentlichte das UK Building Research Establishment (BRE) Ergebnisse der Studie ‘Environmental Profiles of Building Materials, Components and Buildings’. BRE gab Schnittholz eine hohe Punktezahl in den 13 untersuchten Umweltauswirkungen – von Klimawandel, Luft- und Wasserverschmutzung, bis hin zur Abfallentsorgung, Transportverschmutzung und Überlastung. Schnittholz wurde als das einzige Baumaterial anerkannt, das positive Auswirkungen auf die Umwelt hat, dank der Fähigkeit der Bäume, Kohlenstoffdioxid zu speichern. BRE schloss, dass „Material basierend auf Schnittholz und Holz eine ausgezeichnete ökologische Leistung hat … meist besser als die von alternativen Materialen. Material basierend auf Schnittholz und Holz kann einen wichtigen Beitrag zum Erreichen nachhaltigerer Produktion leisten.”[2]

Nebel, Zimmer und Wegener untersuchten in ihrer Studie der deutschen Fußbodenindustrie aus dem Jahr 2006 den gesamten Lebenszyklus von vier Holzfußböden inklusive Massivparkett, Mehrschicht-Parkett, massiven Dielen und Holzblöcken [3]. Die Verfasser heben hervor, dass Holzfußböden im Vergleich mit dem Gesamtvolumen an deutschen Haushaltprodukten erheblich weniger (5- bis 50mal weniger) zu Belastungskategorien wie Klimawandel, Versäuerung, Eutrophierung, Fotooxidantienbildung und Abbau der Ozonschicht beitragen. Kohlenstoffbindung von Holzfußböden in Verbindung mit alternativen Möglichkeiten der Energieproduktion im Vergleich mit fossilem Brennstoff, verwirklicht durch Holzreste und vom Verbraucher recyceltem Holz stellen ein erheblich reduziertes, vielleicht sogar negatives Erderwämungs-Potenzial für diese Produkte dar.

In einer Untersuchung im Jahr 2004 schloss das Consortium for Research on Renewable Materials (CORRIM), ein gemeinnütziges US Unternehmen von 15 Forschungsuniversitäten, dass die Stahlrahmung für ein typisches Haus in Minnesota 17% mehr Energie verbrauchte, als die Bauweise mit Holz. Außerdem verbrauchte die Bauweise mit Beton bei einem Haus in Atlanta 16% mehr Energie als die mit Holz. In beiden Fällen fand das Konsortium, dass die Verwendung von Stahl ein 26% höheres, die Verwendung Beton ein über 31% höheres Erderwärmungs-Potenzial besitzt, als die Verwendung von Holz. [4]

Das vom gemeinnützigen Athena Sustainable Materials Institute entwickelte Athena Model vergleicht den ökologischen Quotienten von der Gewinnung bis zur Entsorgung von Holz, Stahl und Beton über sechs Phasen der Lebensdauer eines Materials: Ressourcengewinnung, Herstellung, Bau vor Ort, Nutzungsart der Einrichtung, Abriss und letztendliche Wiederverwendung oder Recycling. Das Athena Model fand heraus, dass Holz über die geringste Umweltbelastung in jeder dieser Kategorien verfügt und dass Holz andere Materialien in Bezug auf ökologische Gesundheit und Energieverwendung, Produktion von Treibhausgasen; Wasser- und Luftverschmutzung; Produktion von festem Abfall und gesamten ökologischen Ressourcennutzung übertrifft. [5]

[1]. Dr Mohammad Scharai-Rad and Dr Johannes Welling, 2002, Environmental and 1energy balances of wood products and substitutes. Department of Wood Technology, University of Hamburg and the Federal Research Centre for Forestry and Forest Products, Hamburg. Ergebnisse veröffentlicht vom FAO, Rom, 2002. Bitte hier klicken, um den ganzen Bericht zu lesen.

[2]. Building Research Establishment, 2002, Digest 470: Life cycle impacts of timber. A review of the environmental impacts of wood products in construction. Details zu BRE und ihren Publikationen sind auf ihrer Webseite erhältlich.

[3]. Nebel B, Zimmer B, Wegener G (2006): Life cycle assessment of wood floor coverings – A representative study for the German flooring industry. Int J LCA 11 (3) 172–182

[4]. Consortium for Research on Renewable Industrial Materials (CORRIM), summary report from Forest Products Journal, June 2004, Vol 54, No. 6. Hier erhältlich.

[5]. Ausführliche Details dieser und anderer LCA Studien von ATHENA sind auf der Webseite des Canadian Wood Council website erhältlich.  Informationen über das ATHENA Sustainable Materials Institute sind hier erhältlich.

 

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