Das Lebensmittel- und Veterinäramt der Europäischen Union

Holzarten: American white oak, American ash, American black cherryAmerican basswood and American hard maple

Architekt: Ciaran O'Connor, Office of Public Works

Auszeichnungen: RIAI Regional Award
                              National Trust in Ireland Awards
                              Irish Joinery Awards

Photos: Dennis Gilbert/VIEW

White oak frames and doors

Das neue Lebensmittel- und Veterinäramt der Europäischen Union in Irland hat für erhebliches Aufsehen unter der Gemeinschaft der Architekten gesorgt. Seit seiner Fertigstellung im Jahre 2002 wurde über das Projekt in allen führenden Architektur-Journalen in Irland und Großbritannien berichtet. Insgesamt gewann das Projekt drei Auszeichnungen: Das Royal Institute of Architects in Ireland verlieh den Regional Award, der National Trust in Ireland verlieh den Preis für das nachhaltigste Gebäude und bei der Verleihung des Irish Joinery Awards erhielt

Das Gebäude wurde als ein „echtes Monument für modernes Bauen mit Laubholz“ bezeichnet, was eine Ermutigung in einer Zeit darstellt, in der die Konfrontation mit der Umwelt, über den Zeitraum einer Dekade, viele Architekten bei der Ausschreibung von Laubhölzern verunsicherte. Das Lebensmittel- und Veterinäramt der Europäischen Union hilft dabei, diese Situation dadurch zu verändern, dass es als wahre Verschmelzung zwischen der umweltfreundlicher Gestaltung und der Verwendung von Materialien betrachtet wird, die zu 98% in dem 13.500 m² großen Gebäude auch wiederverwendbar oder recycelbar sind. Die intensive Verwendung von Laubhölzern im Innen- und Außenbereich entspricht den heutigen hohen Standards der Energieeffizienz und Nachhaltigkeit.

EU Veterinary OfficeCiaran O'Connor, der Leiter des Büros für Öffentliche Arbeiten (Office of Public Works) in Irland, und mit seinem Team verantwortlich für das Projekt der EU, steht im Ruf ein Anhänger des ökologischen Bauens zu sein. Er ist ein Preisträger des All-Ireland Landscape Award, des Ford Foundation Conservation Award und der Europa Nostra Medaille und weitere Auszeichnungen. Für ihn war die Ausführung in Holz eine Selbstverständlichkeit. Es war sein Bestreben, dass auf dem 10 ha großen Baugrund in einer Agrarlandschaft außerhalb von Dublin, ein Gebäudekomplex entstehen sollte, der sich harmonisch in die umgebende Landschaft einfügt.

Exterior use of  American hardwood in EU Veterinary OfficeDie äußere Fassadenbekleidung des zweigeschossigen Gebäudes besteht aus American White Oak in Kombination mit Sonnenschutzblenden aus Iroko, einem afrikanischen Laubholz. Die Außenwände sind doppelschalig gebaut. Auf der Innenseite ist eine 215 mm dicke Blocksteinwand. Die Außenseite wird durch eine 25 mm dicke Nut und Feder Brettbekleidung geschützt. Zwischen den beiden Schalen befinden sich Holzlatten und Isoliermaterial nach skandinavischen Standards. Für die Außenbekleidung wurden dickere Bretter, als die Norm es vorschreibt, verwendet. Damit möchte man eventuelle Verwerfungen der Bekleidung im Laufe der Zeit verhindern. Die Bretter wurden in einer Werkstatt auf Länge geschnitten und schutzbehandelt, um den Verschnitt zu begrenzen und die Effektivität des Wetter- und Feuerschutzes zu erhöhen.

Insgesamt wurden 20 Container American White Oak und zwei Container American Ash verbaut. Das meiste Holz wurde von der Bautischlerei O'Neil Bros maschinell bearbeitet und eingebaut. Die Hobelung der Nut und Feder Bretter und Trocknung der American White Oak erfolgte bei Smee Timber. Allerdings trocknete man das Holz nach der Empfehlung von Ciaran O'Connor auf nur 14 bis 16% Holzfeuchte herunter (normal sind 8 bis 10%), weil dies bei Außenverwendungen den klimatischen Verhältnissen von Irland entspricht. Die beiden Container American White Ash wurden als raues Schnittholz bei der Firma Swift Horsman in Ware/Hertfordshire für die Herstellung der mit einem flachen Halbrundprofil versehenen Deckenbretter angeliefert. Der Einbau der Decke erfolgte durch den Generalunternehmer McNamara Ltd.

Interior use of wood in  EU Veterinary OfficeEine Mischung aus amerikanischen, europäischen und tropischen Hölzern wurde für die Gestaltung der Innenräume verwendet. Die breiten Korridore wurden mit Holz vertäfelt und die Decken der Räume sind aus gelatteter American Ash konstruiert. Die vorgefertigten Büroräume (Zellen) haben mit amerikanischen, europäischen und tropischen Furnieren dekorierte Zimmertüren, und Heizungsverkleidungen aus Laubholz. Die Deckenoberlichter haben Sonnenschutzlamellen und motorisierte Blenden in den zwei Konferenz- und Arbeitsräumen, um den Einfall von Tageslicht zu regulieren. Die Wände sind mit Kassetten vertäfelt, für die Furniere aus Buche und Profilstäbe (Zierleisten) aus American Cherry verwendet wurden.

Das Glanzstück dieses Holzfestivals ist der Speisesaal, ein ungewöhnlich heller, ruhiger Raum in der Mitte des Gebäudes. Das Fußboden Hochkant-Lamellenparkett ist ein großer Unterschied zu den sonst in den meisten Bürokantinen üblichen Linoleum- oder Betonböden. Die Deckenoberlichter befinden sich in einem Bereich der mit einer Kassettendecke aus American Ash versehen ist und frei von flimmernden Beleuchtungselementen ist. Die Wände bestehen aus hohen Fenstern mit Rahmen aus American White Oak, die den Blick auf einen Innenhof in der Mitte des Gebäudes und auf eine Terrasse freigeben. Die Esstische aus Maple wurden von Ciaran O'Connor entworfen. Hier wird wirklich ein großartiges Beispiel gezeigt, wie man mit nachhaltigen Laubhölzern bauen kann. 

Text: Michael Buckley

 

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